Förderverein Biosphäre Schaalsee pflanzt den „Baum des Jahres 2018“ – die Ess-Kastanie in Dechow

Robert Paeplow, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, Peter Knopp, Geschäftsführer der Gläsernen Meierei GmbH Dechow sowie Folker Friedrich, Mitglied des Vorstandes des Fördervereins, greifen zum Spaten und pflanzen den „Baum des Jahres 2018“ - die Ess-Kastanie in Dechow

Robert Paeplow, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, Peter Knopp, Geschäftsführer der Gläsernen Meierei GmbH Dechow sowie Folker Friedrich, Mitglied des Vorstandes des Fördervereins, greifen zum Spaten und pflanzen den „Baum des Jahres 2018“ – die Ess-Kastanie in Dechow. Foto: Gerd Schriefer

Dechow. Die Ess-Kastanie (Castanea sativa) ist bereits der 30. „Baum des Jahres“, die der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. am Donnerstag, den 7. Dezember im Jahresbaumgarten auf dem Gelände der Gläsernen Molkerei in Dechow pflanzt. Peter Knopp, Geschäftsführer der Gläsernen Meierei GmbH Dechow sowie Robert Paeplow, Vorstandsvorsitzender, Folker Friedrich, Mitglied des Vorstandes und Gerd Schriefer, der Geschäftsführer des Fördervereins, greifen zum Spaten und geben dem jungen Baum ein neues Zuhause.

Dank gilt dem Biosphärenreservatamt Schaalsee-Elbe und GaLaBau Holleitner für die Unterstützung der Pflanzung.

Vielleicht hat sie jemand schon auf den Märkten in Spanien oder Italien gesehen, die Früchte bestimmter Esskastanien. Die mahagonibraunen Maronen werden dort häufig frisch geröstet verkauft. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Ess-Kastanie geröstet oder gekocht für große Teile der Bevölkerung in Südeuropa das Hauptnahrungsmittel. In Deutschland ist die auch als Edel-Kastanie bezeichnete Ess-Kastanie im Südwesten verbreitet, da sie hier ausreichend warme Standorte gefunden hat. Aber auch im übrigen Deutschland, in Dänemark und Südschweden ist die Ess-Kastanie anzutreffen. Hier wird sie meist als Garten-, Park- oder Alleebaum kultiviert, stellenweise auch als Forstbaum. Übrigens: mit der Rosskastanie ist sie nicht verwandt.
Die Ess-Kastanie kann über 35 Meter hoch und 500 bis 600 Jahre alt werden, in Südeuropa noch älter. Die Blüte beginnt im Alter von 20-30 Jahren. Der Baum blüht erst im Juni nach der Laubbildung. Nach erfolgreicher Bestäubung entstehen die auffälligen von kugeligen, stacheligen Fruchtbecher
umhüllten Nussfrüchte.

Im Jahresbaumgarten erhält die Ess-Kastanie deshalb einen Standort als Auftakt des Natursteges der zu einem kleinen vom Förderverein und der Molkerei renaturierten Weiher führt. Aber auch ihre Herbstfärbung wird den Besuchern den Weg dahin weisen.

Hintergrund:
Seit 1989 wählt die „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ alljährlich eine besonders schützenswerte Art aus, mit dem Ziel, Menschen an dieses lebendige Naturgut heranzuführen und Sensibilität für ihre Bedeutsamkeit zu schaffen. Die Baumarten werden bekannter gemacht und so auf ihre ökologische Bedeutung und mögliche Gefährdung hingewiesen.

Dieses Anliegen hat der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. aufgegriffen. Im Jahr 2014 legten Vereinsmitglieder und die Gläserne Molkerei einen Jahresbaumgarten mit 27 Jahresbäumen der Jahre 1989 bis 2015 auf dem Gelände der Gläsernen Molkerei an. Zwei Jahre später wurde der Park durch Wege, Plätze zum Verweilen, Informationstafeln, Spielgeräte, Sitzelemente und dem Jahresbaum 2016, die Winter-Linde, ergänzt. 2017 wurde er für die Öffentlichkeit freigegeben und der Jahresbaum 2017, die Fichte, gepflanzt.
Der Jahresbaumgarten ist ausdrücklich als Bildungsangebot für die Öffentlichkeit bestimmt. Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe wird das Gelände für die Umweltbildung mit Kindern nutzen. Der Jahresbaumgarten erstreckt sich auf einem Areal von ca. 1,4 ha und wird sich in den nächsten Jahren durch die Pflanzung der weiteren Jahresbäume weiterentwickeln. Gepflegt wird der Park von der Gläsernen Molkerei.

Die Umsetzung wurde möglich durch die Unterstützung aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, dem Förderprogramm LEADER und mit Erträgen aus der Lotterie „BINGO! Die Umweltlotterie“.

Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung, die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG und die Stiftung Unternehmen Wald mit ihrem Partner Bronchicum unterstützen die Errichtung des Jahresbaumgartens ebenfalls.

Die Bäume des Jahres von 1989 bis 2018
2018: Die Ess-Kastanie (Castanea sativa)
2017: Die Fichte (Picea abies)
2016: Die Winterlinde (Tilia cordata)
2015: Der Feld-Ahorn (Acer campestre
2014: Die Trauben-Eiche (Quercus petraea)
2013: Der Wild-Apfel (Malus sylvestris)
2012: Die Europäische Lärche (Larix decidua L.)
2011: Die Elsbeere (Sorbus torminalis L.)
2010: Die Vogelkirsche (Prunus avium L.)
2009: Der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus L.)
2008: Die Walnuss (Juglans regia L.)
2007: Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris L.)
2006: Die Schwarzpappel (Populus nigra L.)
2005: Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.)
2004: Die Weisstanne (Abies alba MILL)
2003: Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa L.)
2002: Der Wacholder (Juniperus communis L.)
2001: Die Esche (Fraxinus excelsior L.)
2000: Die Sandbirke (Betula pendula Roth)
1999: Die Silberweide (Sálix álba L.)
1998: Die Wildbirne (Pýrus commúnis L.)
1997: Die Eberesche (Sórbus aucupária)
1996: Die Hainbuche (Cárpinus bétulus L.)
1995: Der Spitzahorn (Ácer platanoides L.)
1994: Die Eibe (Taxus baccata L.)
1993: Der Speierling (Sórbus doméstica L.)
1992: Die Bergulme (Ulmus glábra Huds. emend. Moss)
1991: Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos Scop.)
1990: Die Buche (Fágus sylvática L.)
1989: Die Stieleiche (Quércus róbur L.)

 

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Veröffentlicht unter Aktuelles

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Lage Biosphärenreservat. Karte: Verlag Maiwald-Karten

Lage UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Karte: Verlag Maiwald-Karten

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