„Baum des Jahres 2021“ – die Stechpalme – im Jahresbaumgarten der Gläsernen Molkerei in Dechow gepflanzt

Andreas Wesseloh (rechts im Bild), Betriebsleiter der Gläserne Molkerei GmbH Dechow, und Gerd Schriefer, der Geschäftsführer des Fördervereins, pflanzen zwei Ilex aquifolium im Jahresbaumgarten der Gläsernen Molkerei. Foto: Michael Schmidt

Die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) ist bereits der 33. „Baum des Jahres“, die der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. am Freitag, den 11. Dezember im Jahresbaumgarten auf dem Gelände der Gläsernen Molkerei in Dechow pflanzt. Andreas Wesseloh, Betriebsleiter der Gläsernen Molkerei GmbH Dechow, und Gerd Schriefer, der Geschäftsführer des Fördervereins, greifen zum Spaten und geben gleich zwei jungen Ilex ein neues Zuhause, da er zweihäusig (Erklärung siehe unten) ist.

Die Pflanzung des Jahresbaum 2021 in Dechow wird durch die Gerd Godt-Grell Stiftung aus Itzehoe gefördert. Ihr Anliegen ist es, durch das Pflanzen von Bäumen CO² einzusparen. Der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. dankt außerdem dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe und dem GaLaBau Holleitner, beide aus Zarrentin am Schaalsee, für die Unterstützung der Pflanzung.

Die Europäische Stechpalme ist ein immergrüner Laubbaum oder Großstrauch, der bis zu 300 Jahre alt werden kann. Seine Blätter sind lederartig und glänzend dunkelgrün, am Rand meist mit Stacheln bewehrt. Die Blätter und die scharlachroten Steinfrüchte sind für den Menschen giftig. Für Vögel sind die Früchte dagegen eine wichtige Winternahrung. Der Baum kann bis zu 10 Meter hoch werden. In Westeuropa kommt die Stechpalme in Nadel- und Laubwäldern natürlich vor. Früher war sie häufiger anzutreffen. Durch die industrielle Waldbewirtschaftung ist sie aber selten geworden. Der Ilex ist zweihäusig. Das heißt, der Baum trägt entweder weibliche Blüten oder männliche. In Nordamerika und Großbritannien sind die Zweige mit den roten Früchten als Weihnachtsschmuck begehrt. Das Holz ist hart und polierfähig. Deshalb eignet es sich gut für Furniere und Intarsien in der Möbelherstellung oder für Schirm- und Gehstöcke. Früher wurde es sogar für Zahnräder und Werkzeugstiele verwendet. Auch Harry Potters Zauberstab bestand aus Stechpalmenholz. Die irritierende Bezeichnung „Palme“ rührt übrigens daher, dass in Mitteleuropa am Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern, Zweige der Stechpalme als Ersatz für Palmwedel genutzt wurden.

Hintergrund:
Seit 1989 wählt die „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ alljährlich eine besonders schützenswerte Art aus, mit dem Ziel, Menschen an dieses lebendige Naturgut heranzuführen und Sensibilität für ihre Bedeutsamkeit zu schaffen. Die Baumarten werden bekannter gemacht und so auf ihre ökologische Bedeutung und mögliche Gefährdung hingewiesen.

Dieses Anliegen hat der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. aufgegriffen. Er beauftragte die Berliner Landschaftsarchitekten Paul Giencke gm013 landschaftsarchitektur mit dem Entwurf eines Jahresbaumgartens auf dem Gelände der Gläsernen Molkerei. Im Jahr 2014 pflanzten Vereinsmitglieder und die Gläserne Molkerei entsprechend der Planung 27 Jahresbäume der Jahre 1989 bis 2015 an. Seitdem wird der Park durch den jeweiligen „Baum des Jahres“ ergänzt. Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe unterstützt den Förderverein dabei. Im Jahr 2016 folgten Wege, Plätzen zum Verweilen, Informationstafeln, Spielgeräte und Sitzelemente. Ein Jahr später wurde der Park für die Öffentlichkeit freigegeben. 2019 zeichnete der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) den Jahresbaumgarten in der Kategorie „Junge Landschaftsarchitektur“ mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis aus.
Der Jahresbaumgarten ist ausdrücklich als Bildungsangebot für die Öffentlichkeit bestimmt. Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe nutzt das Gelände für die Umweltbildung mit Kindern. Der Jahresbaumgarten erstreckt sich auf einem Areal von ca. 1,4 ha. Gepflegt wird der Park von der Gläsernen Molkerei.

Die Umsetzung wurde möglich durch die Unterstützung aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, dem Förderprogramm LEADER und mit Erträgen aus der Lotterie „BINGO! Die Umweltlotterie“.

Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung, die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG und die Stiftung Unternehmen Wald mit ihrem Partner Bronchicum unterstützen die Errichtung des Jahresbaumgartens ebenfalls.

Die Bäume des Jahres von 1989 bis 2021
2021: Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium)
2020: Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia)
2019: Flatter-Ulme (Ulmus laevis)
2018: Ess-Kastanie (Castanea sativa)
2017: Fichte (Picea abies)
2016: Winterlinde (Tilia cordata)
2015: Feld-Ahorn (Acer campestre
2014: Trauben-Eiche (Quercus petraea)
2013: Wild-Apfel (Malus sylvestris)
2012: Europäische Lärche (Larix decidua L.)
2011: Elsbeere (Sorbus torminalis L.)
2010: Vogelkirsche (Prunus avium L.)
2009: Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus L.)
2008: Walnuss (Juglans regia L.)
2007: Wald-Kiefer (Pinus sylvestris L.)
2006: Schwarzpappel (Populus nigra L.)
2005: Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.)
2004: Weisstanne (Abies alba MILL)
2003: Schwarz-Erle (Alnus glutinosa L.)
2002: Wacholder (Juniperus communis L.)
2001: Esche (Fraxinus excelsior L.)
2000: Sandbirke (Betula pendula Roth)
1999: Silberweide (Sálix álba L.)
1998: Wildbirne (Pýrus commúnis L.)
1997: Eberesche (Sórbus aucupária)
1996: Hainbuche (Cárpinus bétulus L.)
1995: Spitzahorn (Ácer platanoides L.)
1994: Eibe (Taxus baccata L.)
1993: Speierling (Sórbus doméstica L.)
1992: Bergulme (Ulmus glábra Huds. emend. Moss)
1991: Sommerlinde (Tilia platyphyllos Scop.)
1990: Buche (Fágus sylvática L.)
1989: Stieleiche (Quércus róbur L.)

 

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Lage UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Karte: Verlag Maiwald-Karten

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